Zukunft des Ponyhofes ist ungewiss
Eine Anzeige wegen falscher Nutzung des Carports bringt Familie Bareis in SchwierigkeitenGoppertshofen Der Ponyhof Bareis liegt weitab jeglicher Hektik in
Wasenburg, drei Kilometer außerhalb des Ochsenhauser Ortsteils
Goppertshofen. Familien suchen hier seit Jahren die Ruhe, reiten auf den
Ponys und Pferden und genießen die Natur. Das Körperbehindertenzentrum
Oberschwaben (KBZO) kommt ein- bis zweimal in der Woche zum
therapeutischen Reiten, das Anwesen ist aber auch Ziel von
Kindergartenausflügen, Kindergeburtstagen und Vereinsfeiern.
Doch all dies könnte bald Geschichte sein. Der Grund ist die Anzeige
eines Unbekannten vom Herbst vergangenen Jahres. Er prangert an, dass
der kleine Carport des Ponyhofes zusammen mit dem angrenzenden
Biergarten bewirtet wird, obwohl dies nicht erlaubt ist. Simon Bareis,
zuständig für die Bewirtung, gibt dies auch unumwunden zu. „Wir haben
den Carport immer für Kindergeburtstage genutzt oder zum Schutz vor
Sonne und Regen. Und natürlich gab es dort auch immer etwas zu Essen und
zu Trinken“, erzählt sie. Bis auf Weiteres ist die Bewirtung des
Carports jedoch untersagt, ansonsten droht eine Strafe. „Auch die
Bestuhlung wurde mir untersagt, egal ob jemand drinsitzt oder nicht.“
„Es hängt viel am Carport“
Und dies stellt ein gewaltiges Problem für die Besitzerin dar. „Es hängt
so viel an diesem Carport“, sagt Bareis. Unter anderem seien
Kindergeburtstage ohne ihn schwer vorstellbar, da sowohl die Kinder im
Carport, als auch die anderen Gäste im Biergarten ihre Ruhe hätten. Auch
die Kinder des KBZO sitzen mit ihrem Rollstuhl unter dem überdachten
Stellplatz. Nachdem Bareis die Anzeige erhalten hatte, setzte sie sich
mit ihrem Architekten zusammen, beantragte noch im Dezember beim
Landratsamt eine Nutzungsänderung für den Carport. Spätestens Mitte
April, so die Auskunft des Landratsamtes, werde Bareis Bescheid
erhalten, ob ihr Antrag bewilligt wird.
„Das ist für mich viel zu spät. Ich brauche Planungssicherheit, muss
beispielsweise rechtzeitig Werbung für die neue Saison machen“, meint
Bareis frustriert. Schließlich geht die Hauptsaison am 1. Mai los.
Daran, dass ihr Antrag auf Nutzungsänderung möglicherweise abgelehnt
wird, will sie derzeit noch gar nicht denken. Sie meint aber bereits
jetzt: „Eigentlich müssen wir uns das nicht antun. Wenn einem solche
Steine in den Weg gelegt werden, macht es keinen Spaß mehr. Aber es wäre
sehr schade, wenn wir den Ponyhof aufgeben müssten. Den vielen Familien
gefällt es immer so gut, sie kommen immer wieder gerne zu uns.“
(Erschienen in der Schwäbischen Zeitung: 21.02.2011



